Was ist der erste Schritt, den ich nicht gehen will?

David Whyte schreibt in einem Gedicht, dass wir uns nicht mit dem zweiten, dritten Schritt beschäftigen sollen, sondern mit dem naheliegendsten ersten Schritt, den Schritt, den wir nicht gehen wollen. 

Das zu hören hat mich sehr beeindruckt und ich habe mich bei mir auf die Suche nach diesem ersten Schritt gemacht, den ich nicht gehen will.

Warum ich für die Esssucht dankbar bin

Ohne Essdruck hätte ich niemals erfahren was mich in der Tiefe steuert. Dazu braucht es aber die Bereitschaft unter den Essdruck zu schauen. Aushalten oder Nachgeben erschien lange Zeit die einzige Möglichkeit mit dem Essdruck umzugehen. Aber nur hinschauen ist wirklich tranformierend gewesen und ist es immer noch. Und ganz nebenbei löst sich der Essdruck auf, für diesen Moment.

Und nun auch als Video:

Will ich die werden, die ich sein will oder will ich die sein wollen, die ich bin?

Diese Frage von Oriah Mountain Dreamer (frei übersetzt) hat mich sehr berührt und beschäftigt. Denn so sein zu wollen wie eine Vorstellung es vorgibt, uns also in etwas anderes verwandeln zu wollen als das was wir gerade sind, ist so üblich, dass es uns vielleicht nicht mal auffällt. Mir fällt es inzwischen dadurch auf, dass ich mich schlecht fühle. Das Unwohlsein ist wie ein Warnlämpchen, dass ich anders sein will als ich bin, dass die Dinge anders sein sollen als sie sind. Und der Essdruck ist der laute Wecker, der auf das Lämpchen aufmerksam macht. Und so ergibt alles Sinn. 

Hunger oder Essdruck? – Warum diese Unterscheidung essenziell ist

Ohne diese fundamentale Unterscheidung ist es leicht zu glauben, dass wir immer hungrig sind, dass unser Körper einfach dick sein will und dass das unser Schicksal ist.

Ich dachte früher auch, dass ich einfach schrecklich hungrig bin. Jetzt weiß ich, dass ein Großteil emotionaler Essdruck war. 

Ich erzähle wie ich gelernt habe zwischen den beiden zu unterscheiden und auch welche Tools ich damals an die Hand bekommen habe. 

Manchmal möchte ich mich nur verstecken

Manchmal möchte ich mich nur verstecken, weit weg in einer Höhle, wo niemand ist und niemand sein wird, auf ewig.

Das ist das Bild, das mir mein Unterbewusstsein gibt, wenn es mal wieder vollkommen überwältigt ist. Geh weg, weg, weg, so weit weg wie möglich.
Früher dachte, ich, ich muss wirklich weg, alles ändern, mit allem aufhören, komplett neu anfangen. Heute weiß ich, das ist ein Muster. Ein sehr tiefes Muster, dass sehr oft auftaucht, aber doch nur ein Muster.

Heute ist mal wieder so ein Tag, zu viel Unvorhergesehenes, zu viel vermeintliche Gefahr, zu viel, was nicht kontrolliert und gelenkt werden kann. Unerträglich für diesen Teil in mir, der verzweifelt nach Sicherheit sucht. Eine Sicherheit, die es niemals finden wird. Aber das zu sehen, kann es nicht ertragen. Weiterlesen

Manchmal möchte ich mich nur verstecken

Von Kontrollillusion und verzweifelten Kontrollversuchen. Von Momenten der Überforderung und Überwältigung und wie sich mein Umgang damit über die Zeit verändert hat. Warum ich nicht mehr versuche mich zu ändern. Warum es für mich vor allem darum geht, nichts mehr vor mir selbst zu verstecken. 

Was will ich wirklich?

Lange Zeit war meine Antwort auf diese Frage: ‚Ich weiß es nicht‘ oder ‚Es ist mir egal‘. Ich habe inzwischen herausgefunden, dass das nicht die volle Wahrheit ist, nur die oberflächliche Ebene. Die Wahrheit war aus guten Gründen tief vergraben. 

Ich erzähle mehr dazu in der neuen Folge ‚Tanz zu mir – über das Abnehmen und andere Kleinigkeiten‘