Was ich beim Staubsaugen gelernt habe

Heute fühlte ich mich ein bisschen bäh. Vielleicht sogar sehr bäh. Während das früher quasi der Normalzustand war und heute sogar eins der besseren Tage gewesen wäre, ist das heute selten der Fall.

Bevor ich wusste, dass in mir eine ewige Quelle des Wohlbefindens und der Weisheit ist, die ich nur deswegen nicht erfahren kann, weil ich gerade Gedanken glaube, die mir etwas anderes erzählen, hat jede schlechte Stimmung zu einer noch größeren Krise geführt, zu unzähligen Versuchen die Ursache zu finden, zu erforschen zu heilen, so dass es mir immer schlechter ging. Bis es mir irgendwann wieder besser ging.

Heute beschäftige ich mich gar nicht mehr mit meinen schlechten Stimmungen. Ich nehme sie wahr als Hinweis, dass ich gerade irgendwelchen Gedanken glaube, die das Wohlbefinden verdecken. Also gibt es nur eines für mich zu tun, nicht weiter beachten und mit etwas weitermachen was mir gerade am meisten zuwinkt. Gerade heute was es Staubsaugen.

Ja, das hätte ich auch nicht gedacht, aber seit ich mehr und mehr der Weisheit im Moment folge, bin ich überrascht, womit sie so daherkommt. Keine goldenen Engel, die mit Fanfarenklängen verkünden ich solle alles einpacken und in die Südsee ziehen, sondern eher unscheinbare Dinge wie atmen, aufstehen, Wasser trinken oder eben auch so absurde Dinge wie Staubsaugen. Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt, aber die ersten Male dachte ich das sei ein schlechter Scherz.

Nun ja, also sauge ich Staub. Und dabei erkenne ich etwas, Staubsaugen zusammen mit allen anderen Haushaltstätigkeiten wurden von mir schon lange als schlimmste Plagearbeit, schrecklich und unbedingt zu vermeiden eingestuft. Der Widerstand regt sich natürlich immer, aber ich weiß, dass ich auf ihn nicht zu achten brauche, alte Schallplatte. Und während ich so sauge, entspanne ich immer mehr, die Konzentration darauf, Krümel vom Boden zu entfernen unterbricht jeden Gedankenstrom, den ich bewusst oder unbewusst hatte. Am Ende ist das Haus gesaugt und ich fühle mich gut, einfach gut. Müde bin ich zwar immer noch, aber das ist ok, ich fühle mich wohl in meiner Müdigkeit.

Ich musste so lachen, die tausend negativen Gedanken, die ich übers Staubsaugen habe, sind alle erfunden!

Wenn ich weiter darüber nachdenke, dann sind praktisch alle Geschichten, die ich mir über irgendetwas erzähle, erfunden. Also brauche ich nichts zu glauben, was mich schlecht fühlen lässt. Ich kann mir einfach Geschichten erzählen, die sich gut anfühlen. Aus einem einfachen Grund, wenn ich mich gut fühle, dann bin ich mit meiner Weisheit und meinem inneren Wohlbefinden verbunden, also sind diese Geschichten eher wahr für mich als Geschichten, bei denen ich mich schlecht fühle, denn diese entfernen mich von meinem inneren Wohlbefinden. Eigentlich super einfach.

Und wenn ich alles was mir im Leben passiert durch die Augen meines weisen liebevollen Kerns betrachte, dann ist alles gut, egal was es ist. Und dann sehe ich auch deutlich den nächsten Schritt, etwa das Bad putzen.

Wenn ich mich am inneren Wohlbefinden orientiere, dann ist das Leben einfach. Einfach einfach. Ab und zu vergesse ich es, egal, es fällt mir schon wieder ein, weil es so einfach ist.

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